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Auch dieses Jahr stand wieder eine Mehrtagestour im Programm des Porsche Club Köln e.V. Die Route des Grandes Alpes wurde wieder unter die Räder genommen. Schon das Lesen des Roadbooks war ein Erlebnis, was seine Schatten auf eine traumhafte Tour mit vielen Pässen und knapp 20.000 Höhenmeter vorauswarf.

Dieses sah vor, sich mittags an einer Raststätte in der Nähe von Basel zu treffen. Die meisten Tourteilnehmer reisten jedoch individuell an, was dazu führte, dass einige (u.a. aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse) zu spät eintrafen und deswegen das Abendessen später zu sich nehmen mussten. Für solche Fälle wurde im Porsche Club Köln seinerzeit der toskanische Kalender eingeführt und ja, so schnell kann man Geburtstag haben.

Das erste Hotel war Chateau de Coudrée, ein traumhaftes Schlosshotel, direkt am Genfer See gelegen.

Am Samstag war es dann soweit. Der erste Tourtag führte uns auf die D902 zum ersten Pass: Col des Gets. Weiter ging es über den Col de Chatillon zu dem Städtchen Cluses. Von dort führte uns die Strecke über den Col du Romme zum nächsten Pass Col de la Colombiere. Ein Pass jagte den nächsten (Col de Aravis) und spätestens jetzt verlor man so langsam den Überblick über die vielen Pässe. Der Col de Saisies führte uns nach Beaufort. Nachdem wir den Col de Pret (1.703 Meter) über winzige Sträßchen mit bösen Absturzmöglichkeiten überwunden hatten, war es Zeit für eine Mittagspause in einer Almhütte. Aufgrund der schon etwas fortgeschrittenen Zeit mussten wir allerdings mit Eierspeisen vorlieb nehmen. Egal, nach der Stärkung ging es weiter über den Cormet de Roselend in Richtung Tignes. Das Ziel der Etappe war das Hotel Village Montana in Tignes, wo es ein leckeres Dreigängemenü gab.

Am Sonntag lagen dann fast sechs Stunden Alpenpässe vor uns. Der Col de l´lseran mit 2.770 Metern der höchste Pass Europas wurde als erstes bezwungen. Respekt vor jedem, der die Pässe in der Region mit weniger als vier Rädern und mit Muskelkraft bezwingt. Die abschliessende Abfahrt führte uns nach Modane bevor wir die Pässe Col du Telegraphe und Col du Galibier in Angriff nahmen. Das Wetter spielte die ganze Zeit mit, so dass wir die Wetterscheide (zwischen hochalpinen kalten Klima und dem mediterranen Klima) am Col du Galibier kaum wahrnahmen. Am  Col du Lautaret legten wir im Hotel de Glacier eine Mittagspause ein. Anschließend mussten sich die Tourteilnehmer entscheiden: Der Besuch des Jardin botanique du col du Lautaret, direkte Fahrt zum Hotel oder eine ca. 100 km lange „Extratour“. Sechs Autos machten sich auf die Extratour, die einiges zu bieten hatte. Als erstes wurden wir von einem Motorradfahrer verfolgt, der sich uns spontan anschloss. Aufgrund einer Einbahnstraße (leider in die falsche Richtung) und der hinter uns fahrenden Gendamerie landeten wir auf einem Feldweg im Wald. Dieser erwies sich kurze Zeit später als (mit unseren Autos) nicht mehr befahrbar, so dass wir umkehren mussten. Im weiteren Verlauf dünnte sich das Teilnehmerfeld immer weiter aus, so dass nach der Sonderprüfung „Alpe d´Huez“ nur noch drei furchtlose Porschefahrer und ein genauso furchtloser Motorradfahrer dem Tourguide folgten, der beschlossen hatte, einen gesperrten Tunnel wieder zu eröffnen. Dummerweise standen in diesem Tunnel Sprengungen an und so musste die Fahrt nach 500 Metern und bewegten Kommentaren der Sprengmeister vorzeitig abgebrochen werden. Also ging es die ganzen 500 Meter wieder zurück zum Ausgangspunkt: Bei den meisten allerdings im Rückwärtsgang, denn Wenden war in dem schmalen und stockfinsterem Tunnel nicht zwingend empfehlenswert.

Auf dem Weg zum Col du Lautaret tauchten dann die bei solchen Touren unvermeidbaren „Lokalmatadore“ auf den Plan, die beim Anblick einer oder gar mehrerer Porsche autofahrerischen Enthusiasmus an den Tag legen. Die meisten tun nix, die wollen nur spielen; wenn sie dann abgeledert wurden, legt sich der Spieltrieb dann auch wieder ganz schnell. Spaß macht es aber immer wieder.  Als wir am Hotel eintrafen, fanden wir eine weinselige Gesellschaft vor, die gerne unseren Erzählungen lauschten. Abends gab es –wie könnte es anders sein- dann wieder ein vorzügliches Menü .

Der nächste Tag war fahrtechnisch weniger anstrengend, weil nur etwas über 100 km auf dem Programm standen. Dafür haben wir eine Stadtführung in der höchst gelegenen Stadt Europas gemacht, die uns als erstes auf die Zitadelle führte bevor wir die Stadt selber in Augenschein nahmen. Die anschliessend vor uns liegenden Kilometer wenigen Kilometer waren wieder ein Leckerbissen: Es ging über den Col d´Izoard nach Guillestre und bevor wir uns in unserem Hotel entspannen konnten, ging es noch über den Col de Vars. Doch dann erwartete uns die Villa Morelia mit einem Pool und einer Open Air Bar unter Bäumen. Nach dem Abendessen wurde den noch übrig gebliebenen zu später Stunde noch eine kleine Tanzeinlage vorgeführt.

Der Dienstag führte uns über eine der mit 2.802 Metern höchst gelegenen Straßen Europas, der Cime de la Bonette. Dabei mussten alleine auf 23 km 29 Tornanten und viele Kurven gemeistert werden.

Herausforderungen ganz anderer Art verlangten auf dem Weg zum Col de la Couillole unser ganzes fahrerisches Können. Ein Holzlaster kam uns auf einer winzigen und sehr kurvigsten Straße entgegen und blockierte diese völlig. Eine ganze Zeit ging gar nichts bevor klar wurde, dass wir alle ein Stück zurückfahren und auf der falschen Straßenseite parken mussten, um den notwendigen Platz zu schaffen. Wie sich im Nachhinein herausstellte, lag der Col de la Couillole gar nicht auf der geplanten Route; aber okay, schön war´s trotzdem.

Mit erheblicher Verspätung erreichten wir daher unseren Mittagsstop am Lac de Boréon, wo dann auch –natürlich- ein reichhaltiges Menu auf uns wartete. Leider zogen nach dem Mittagessen Regenwolken auf und da die Zeit schon sehr weit fortgeschritten war, wurde leider auch die Route geändert, so dass der Col de Turini nicht mehr auf der Route lag. Stattdessen haben sich alle direkt auf den Weg nach Cannes gemacht, wo das Chateau de La Tour unser Domizil für die kommenden Tage sein sollte. Zum Glück klarte das Wetter gegen Abend wieder auf, so dass der Sektempfang unter freiem Himmel stattfinden konnte. Anschließend ging es mit Bussen zum Restaurant Le Repere. Direkt in einer Marina mit Blick auf das Meer gelegen, der krönende Abschluss einer langen Tour.

Auch die besten Porschefahrer benötigen mal eine Auszeit. Der Mittwoch stand zur freien Verfügung und wurde für Besichtigungen von Cannes oder der Umgebung genutzt.

Die Küstenstraße und das Esterell Massiv standen am Donnerstag in Form einer Tagestour auf dem Programm. Mit dem 315 Meter hohen Col du Logis de France und dem 311 Meter hohen Col de Testanier lagen jetzt keine unüberbrückbaren Hindernisse vor uns, jedoch beeindruckt die Fahrt durch das Esterell Massiv aufgrund ihrer schönen Streckenführung und der herrlichen Landschaft immer wieder auf´s Neue. Zwischendurch gab es immer wieder Gelegenheiten für schöne Fotos, egal ob als Gruppenfoto oder einfach schöne Autos in traumhafter Landschaft.

Die Küstenstraße hinter Saint Raphael ist dann immer wieder ein Erlebnis: Gewundene Streckenführung immer mit Blick auf das Blau der Cote d´Azur zur Rechten und die roten Felsen des Esterell Massivs voraus; wunderbar!

Abends gab es zum Tourabschluß noch einmal ein fantastisches Vier-Gänge-Menü im Bistro des Restaurant L´Oasis.

Am Freitag war dann für die meisten leider wieder alles vorbei. Die Heimreise lag vor und eine tolle Tour hinter uns.

Herzlichen Dank an Hartmut und Ilona für die fantastische Organisation.

Hier sind ein paar Bilder von der Tour.

HD, GR


16.10.2016

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